AcroGliders
  DM F - Schlepp 2010
 
37. internationale Deutsche Meisterschaft im Seglerschlepp des DMFV

in Brettheim/ Rot am See




Vom 03.06. bis 06.06.2010 fand die diesjährige Deutsche Meisterschaft in Brettheim statt. Die erste Vorhut der AcroGliders reiste bereits am 28.05 in Brettheim an. Bei Ankunft war auf dem großzügigen Campinggelände am Flugplatz bereits reger Betrieb.

Wir richteten unsere Wohnwagen ein und bauten die Vorzelte auf und dann war der erste Tag bereits gelaufen.




Die Flieger wurden für den nächsten Tag vobereitet und dann sollte das große unbekannte Ereignis seinen Lauf nehmen. Eric Laumann und Andreas Brück gingen mit der Frisch Wilga und der neu gebauten Ka-4 Rhönlerche an den Start. Nachdem viele alte Bekannte begrüßt wurden,  war dann unsere Nummer im Startomat an der Reihe. Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass sich selbst im Training eine nicht zu verleugnende Grundnervosität einstellte...

Die Trainingsflüge verliefen jedoch bereits vielversprechend und es wurde noch hier und da an Motordrehzahlen und anderen Dingen gefeilt. Wir hatten den Eindruck, nach Betrachtung einiger anderer Teams, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen und im Vorfeld das "richtige" trainiert hatten.




Der Samstag versprach einen tollen Flugtag bei bestem Wetter, so konnten wir hier vier Trainingsflüge absolvieren, die sich im Nachhinein noch auszahlen sollten.

Am nächsten Tag begann dann der große Regen. Man konnte wirklich anfangen zu glauben, dass wir F -Schlepper irgendetwas falsch gemacht haben oder irgendjemand seinen Teller nicht leer gegessen hat. Der Regen kam, blieb ununterbrochen drei Tage lang und der Campingplatz verwandelte sich mehr und mehr in eine Landschaft, die mit Woodstock (Woodheim, Brettstock...) einiges gemeinsam hatte.
An Fliegen war nicht zu denken.




Während dieser Regentage trafen dann auch die beiden anderen Teams ein. Heiko Kempf und Stefan Thiel, sowie Axel Rahn und Kevin Kempf. Mario Müller war bereits mit seinem Schlepper Aljoscha Laux seit Samstag  morgen vor Ort.

Sonntags stand dann noch der Regionalwettbewerb II im Segelkunstflug in Bühlertan auf dem Programm. Andreas Brück und Mario Müller nahmen teil. Anfangs konnte bei dem sehr starken Wind noch geflogen werden, doch im Laufe des Nachmittags musste auch hier dem Wetter Tribut gezollt werden. Der Wind wurde so stark, dass der Fachreferent Dieter Hummel den Wettbewerb abbrach. Erwähnenswert ist hier, dass Mario Müller bei seinem ersten Wettbewerb in der Sportklasse gleich auf Platz 2 flog und mit einem 1000er Durchgang eine Duftmarke hinterließ!




Zurück in Brettheim ging der Flugbetrieb am Dienstag weiter. All unsere Teams konnten trainieren und wir warteten dann auf den Beginn des Wettbewerbs. Das offizielle Training am Mittwoch fiel aus. Der Regen behielt die Oberhand. Es durften nur die Teams in den Regenpausen fliegen, die bis dato noch keinen Trainingsflug gemacht hatten. Eine sehr faire Lösung, wie wir fanden. Man muss deutlich sagen dass der faire Sportsgeist in unserer Sparte ganz deutlich zum tragen kam! Weiter so!

Am Mittwoch Abend wurde die Veranstaltung durch den Fachreferenten Andreas Schupp offiziell eröffnet und die Startnummern in der Reihenfolge der Anmeldung verlost. Eric Laumann zog die Startnumemr 49. War das eine gute Startnummer oder eine nicht so gute? Die Philosphien gingen hier auseinader.. Im Nachhinein betrachtet war es für uns eine gute Startnummer, doch dazu später mehr. Jetzt ging es wirklich los, drei Jahre lang arbeiteten wir auf diesen Moment hin, an einer deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können und nun war der Moment gekommen.




Mit leichter Verzögerung (da es immer noch regnete...) ging der erste Wertungsdurchgang am Donnerstag los. Die Modelle waren aufgebaut, alles wurde tausendmal kontrolliert.. waren alle Schrauben fest? Wird der Motor anspringen, klar, was sonst, der hat ja bis jetzt immer wie ein Nähmaschinchen gelaufen, aber es war Wettbewerb.. Hier war nichts mehr wie "sonst". Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail... 

Dann war es soweit, der erste Aufruf "Start Nummer 49 Eric Laumann/Andreas Brück" erfolgte.  Der Puls schlug höher und man spürte förmlich den ansteigenden Adrenalinpegel. Jetzt gab es kein zurück mehr .. Es wurde noch einmal der Flug in seinen Einzelheiten besprochen und man motivierte sich gegenseitig. Es erfolgte Aufruf Nr.2. Die Modelle standen startbereit  im Sicherheitsbereich unmittelbar an der Flightline, unsere Augen folgten dem vorangegangenen Schleppgespann und rundherum herrschte eine gespentische Ruhe.




Ein weiteres mal durchflogen wir in Gedanken die unmittelbar bevorstehende Platzrunde, mit dem Wissen, dass die 5 Punktrichter und 64 anderen Teams jede Bewegung, jeden Schritt, jeden Steuerbefehl des Gespanns mit Argusaugen verfolgten.

Aufruf Nr. 3: Das "Fertig"-Handzeichen des Schleppers bestätigte der Wettbewerbsleitung die Startbereitschaft und von nun an lief die Stoppuhr unerbittlich mit einer zehnminütigen Rahmenzeit.. "Los Spring an.." Ist der Zündakku geladen? Geht mein Gasservo?" "Jetzt zünd doch endlich.." dann nach drei Propellerumdrehungen das erlösende erste Lebenszeichen des Motors... Der Segler stand bereits mit eingeklinktem Schleppseil an der vorgesehenen Markierung im Wertungsfeld und der Motor erreichte seine Betriebstemperatur.

Das Kommando "Rollen jetzt!" kam und die Wilga von Eric Laumann rollte in den Startkreis. Das Schleppseil wurde eingeklinkt, das Gespann nochmals ausgerichtet und das Kommando "Start jetzt!" erfolgte. Die Motordrehzahl erhöhte sich allmählich, die Wilga und die Rhönlerche setzten sich langsam und behäbig in Bewegung. Nach ca. 60 Metern erhob sich der Schleppzug, stieg gemächlich in Richtung der ersten Kurve und folgte wie auf Schienen den Steuerbefehlen. Unsere Helfer, Stefan Thiel und Heiko Kempf, sagten uns die Lage der Flugzeuge im Raum an boten uns eine sehr wertvolle Unterstützung. Die Platzrunde endete mit dem Kommando "Ausklinken jetzt!" und die Zeitwertung (200 sec) begann.  Die Wilga positionierte sich zum Seilabwurf, nachdem die Rhönlerche ihren geforderten Vollkreis nach dem Ausklinken beendet hatte. Es erfolgte ein Seilabwurf in das 30er Punktefeld mit anschliessender Landung im 20er Punktefeld. Die Rhönlerche setzte sekundengenau im 20er Feld auf und dann war der Durchgang auch schon beendet. Es war geschafft, der erste Wertungsflug bei der DM war absolviert und unserer Meinung nach, war es auch kein Schlechter.. Ob das die Punktrichter auch so gesehen haben, konnten wir am nächsten Tag erfahren, da der 1. Durchgang erst am Freitag morgen beendet werden konnte.




Nach Betrachtung  der Ergebnisse des 1. Durchgangs fanden wir uns auf Platz 20 von 65 (!!!) wieder.

Am Freitag nachmittag erfolgte der zweite Wertungsflug in umgekehrter Reihenfolge der Platzierungen, bei dem wir unsere Leistung nochmals leicht steigern konnten, wir machten einen Platz gut und lagen nach Ende des zweiten Durchgangs auf Platz 19!!

Der letzte Durchgang des Wettbewerbs ermöglichte es zwei anderen Teams sich zu verbessern und am Ende mit 1,66 Punkten (!!) an uns vorbeizuziehen. In Sekunden ausgedrückt: 0,5 Sekunden...!!

Wir landeten auf einem sehr guten 21. Platz in der Gesamtwertung und waren höchst zufrieden. Das es so gut lief während unserer ersten DM hatte niemand erwartet. Wir wussten zwar, was wir konnten und hatten auch einigermaßen trainiert, aber mit einem solchen Ergebnis war nun wirklich nicht zu rechnen.

Axel Rahn und Kevin Kempf durchlitten die gleichen "Qualen" des Wettbewerbs. Sie mussten Ihren zweiten Durchgang sogar im strömenden Regen fliegen. Für diese Verhältnisse erreichten Sie gute Ergebnisse.  Im dritten Durchgang hatten die beiden leider etwas Pech. Axel geriet in ein äußerst starkes Abwindfeld und musste somit Einbußen in der Zeitwertung hinnehmen und Kevin Kempf hatte bei der Landung mit der Bellanca Pech und bekam eine Nullwertung. Nichts desto trotz belegten die beiden einen respektablen 41. Platz. Mario Müller und Aljoscha Laux konnten bei Ihrer diesjährigen DM Teilnahme einen guten 29. Platz belegen.



Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Teilnahme einen riesen Spass gemacht hat. Agnes Brück und Ulrike Kempf sorgten hervorragend für unser leibliches Wohl und wir haben viele viele Erfahrungen gesammelt. Wir werden in Borstel Hohenraden 2011 auf jeden Fall dabei sein.

Hier noch ein Link auf die Seite unseres Vereines, Stefan Thiel hat einen klasse Bericht mit Bildern verfasst! (auf Bericht klicken)


Bis demnächst!
Eure AcroGliders




 
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